Leseprobe: Darstellung der Befundlage mit einer kritischen Reanalyse und Neubewertung der Daten aus 10 Metaanalysen


Reanalyse von Metaanalysen

"In den bisherigen Kapiteln war gezeigt worden, wie von verschiedenen Autoren Verzerrungsfaktoren von Metaanalysen in der Psychotherapieforschung untersucht und beschrieben worden sind. Im folgenden Abschnitt wird der Weg, den Smith et al. (1977, 1978, 1980) begonnen hatten und den Luborsky et al. (1999, 2002, 2003) und Elliot (1996a,b, 2001) wieder aufnahmen (s.o.), weiter verfolgt. Dies geschieht anhand der publizierten Daten aus den bestehenden Metaanalysen, insbesondere der Metaanalysen, die die umfangreichsten Daten dokumentiert haben, nämlich Smith et al. (1980) und Grawe et al. (1994). Ziel ist hier, das umfangreiche Datenmaterial zu den verschiedenen Therapieformen, wie es z.B. in den Ergebnisprotokollen zu den verschiedenen Therapien bei Grawe et al. (1994) dokumentiert ist, genauer zu analysieren. Berichtet worden war, dass die Autoren die Auszählung von Signifikanzen nach unterschiedlichen Erhebungsinstrumenten in den Erbgebnisprotokollen dokumentiert hatten."

"Im folgenden werden über verschiedene Modellrechnungen anhand der Daten dieser Metaanalysen Verzerrungseffekte ermittelt und abgeschätzt. Untersucht wird dabei u.a. die Frage, ob verschiedene therapeutische Orientierungen nicht ein unterschiedliches Erkenntnisinteresse verfolgt und dementsprechend unterschiedliche Untersuchungsmethoden verwendet haben. Ein Aspekt ist z.B., ob psychodynamische und humanistische Therapien nicht eher einen Schwerpunkt in ihrem Erkenntnisinteresse im Bereich Persönlichkeitsveränderung haben, während Forscher zu den behavioralen Therapien (insbesondere in den älteren Arbeiten) ihn eher auf den Bereich der Symptomverminderung legten. Diese Frage ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil sich Symptomverminderungen leichter nachweisen lassen als z.B. Persönlichkeitsveränderungen [...]"
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